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20-Cent vom 05.09.2008
Cottbuser suchen Wege gegen Rechte
Von Maria Ketzmerick
Rechtsextreme Parteien sind in Brandenburg auf dem Vormarsch. Bei der Kommunalwahl am 28. September steht die NPD in vier Kreisen und in Cottbus zur Wahl. Was kann man dagegen tun? In der Cottbuser Schlosskirche wurde am Mittwochabend hitzig diskutiert.
Der Cottbuser Aufbruch hatte als überparteiliches Bündnis zur Veranstaltungsreihe Demokratie stärken geladen. Gekommen waren Parteienvertreter, engagierte Bürger - und ein NDP-Vertreter, der allerdings seine Grenzen erkennen musste.
Gideon Botsch vom Moses Mendelsohn Zentrum in Potsdam informierte die Zuhörer über die Strukturen der rechten Parteien in Brandenburg. Neue Entwicklungen sind vor allem, dass die Rechten vermehrt neue Medien, vor allem das Internet, zum Stimmenfang einsetzen. Zur Netzwerkbildung setzen die rechten Rattenfänger immer mehr auf die Rekrutierung von Schülern - durch Schülerzeitungen mit eindeutigem Inhalt oder Schulhof-CDs mit rechter Musik. Wolfgang Rupieper, Direktor des Amtsgerichts, machte mangelnde Geschichtskenntnisse bei den Jugendlichen mitverantwortlich für den Erfolg solcher Anwerbeversuche.
Aber nicht nur Jugendliche und Lehrer können etwas gegen die braune Schwemme tun. Anett Müller, Mitglied des Mobilen Beratungsteams plädierte an die Politiker, sich auch der Jugend direkt zuzuwenden und den Weg in die Dörfer auf sich zu nehmen.
Lothar Nicht (Linke), Beigeordneter für Ordnung, Sicherheit und Umwelt in Cottbus, machte darauf aufmerksam, dass die Situation nicht zu unterschätzen ist. Nicht: "Gerade diese Wahl ist überaus wichtig: Motivieren Sie Familie, Freunde und Bekannte zur Wahl zu gehen und aus dem Strauß demokratischer Parteien zu wählen."
Eine praktische Präsentation im Umgang mit rechtsextremen Parteien zeigt die Vorsitzende des Cottbuser Aufbruchs, Martina Münch (SPD), gleich zu Beginn des Abends: Der anwesende NPD-Kreisvorsitzende Ronny Zasowk musste vor dem inhaltlichen Teil die Veranstaltung verlassen. Klare Botschaft: In Cottbus ist kein Platz für Rechte.
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