Kinderschutz von Anfang an
Die ´Netzwerke Gesunde Kinder` sollen ausgebaut und vom Land weiter unterstützt werden. Das fordert ein von der SPD-Fraktion erarbeiteter Antrag der Koalitionsfraktionen, der nächste Woche im Landtag eingebracht wird.
Sylvia Lehmann, sozialpolitische Sprecherin und stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende: „Die bestehenden Netzwerke laufen richtig gut. Sie sind ein ganz wichtiges Mittel, um vor allem junge Mütter zu unterstützen – bereits vor dem Geburtstermin“. Sie begrüßt die heutige Ankündigung von Sozialministerin Dagmar Ziegler, dass das Land bei der Gründung weiterer Netzwerke helfen wolle.
Die Netzwerke aus Lauchhammer und Eberswalde präsentierten sich Ende Januar der SPD-Fraktion und „hinterließen einen hervorragenden Eindruck“, so die familienpolitische Sprecherin Elisabeth Alter. Ein weiteres Netzwerk gibt es im Havelland. Sie würden den jeweiligen Ort auch beleben, da stabile neue Beziehungen aufgebaut würden. Alter: „Mit der Betreuung durch einen Paten von der Zeit vor der Geburt bis in die ersten Lebensjahre gibt es einen langjährigen Ansprechpartner für alle Lebenslagen.“
In das Netzwerk Niederlausitz (Lauchhammer) – es war das erste Brandenburgs - sind derzeit 328 Familien integriert. Sie werden von 80 ehrenamtlichen Paten unterstützt. Im Netzwerk arbeiten Kinderklinik und -ärzte, Ämter sowie Kitas und viele andere im Interesse der Gesundheit der Kinder zusammen.
Sylvia Lehmann: „Mit diesen Netzwerken entsteht eine Kultur des Hinschauens und der Gemeinsamkeit. Das ist der beste Schutz für unsere Kinder und Familien.“ Da durch die Netzwerke keinesfalls alle werdenden Mütter und Väter erreicht werden könnten, seien für den Kinderschutz und im Interesse künftiger Eltern auch andere Maßnahmen notwendig. Lehmann: „Das betrifft vor allem Elternhaus, Schule und Freundeskreis. Schwangerschaft soll thematisiert, nicht versteckt werden. Dabei geht es nicht nur um Biologie, sondern auch darum, Verantwortung zu lernen. Notwendig ist das Wissen über Verhütung, Schwangerschaft und Schwangerenberatung.“
Die Netzwerk-Konzeption kommt ursprünglich aus Finnland und wurde von Ministerpräsident Matthias Platzeck „importiert“. Es war eines der Themen im Wahlkampf 2004. Lehmann: „Wir haben es umgesetzt und wollen, dass es bundesweit Schule macht. Das überregionale Interesse an unseren Netzwerk zeigt, dass das gelingt“.
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