Aufstieg und Gerechtigkeit
Kurz vor dem am Samstag stattfindenden Zukunftskonvent der SPD in Nürnberg
hat die Parteispitze ein Papier mit dem Titel "Aufstieg und
Gerechtigkeit. Impulse für Deutschlands Zukunft" vorgelegt. Über 3.000
Mitglieder und Sympathisanten werden das Papier in Nürnberg beraten.
"Sozialen Aufstieg für alle zu ermöglichen und die auseinander
strebenden Kräfte der Gesellschaft neu zusammen zu führen", dies sei
die zentrale Aufgabe der Sozialdemokratie, heißt es in dem Papier. "Wir
wollen eine neue Aufstiegskultur, in der wir gemeinsam vorankommen und
der Erfolg des Einzelnen zum Aufstieg der ganzen Gesellschaft beiträgt."
Ziel der SPD sei eine "durchlässige Gesellschaft der fairen Regeln",
die eine sichere Existenz durch wirtschaftliche Stärke, gute Arbeit und
gleiche Bildungschancen ermögliche. Diese Gesellschaft brauche den
handlungsfähigen Staat, der Investitionen sichert und eine vorsorgende
Sozialpolitik leiste. Dabei sei eine solide Haushaltspolitik die
Grundvoraussetzung der nachhaltigen Finanzierung sozialer
Sicherungssysteme und der Generationensolidarität. Die Lasten zur
Finanzierung dieses Staates müssten gerecht verteilt werden, heißt es
in dem Papier. Dies sei der Kern des sozialdemokratischen Projekts
"Aufstieg und Gerechtigkeit".
Impulse für Deutschlands Zukunft
Konkret bedeutet diese Politik für die solidarische Mehrheit in Deutschland:
- "Es gilt, die wirtschaftliche Leistungskraft Deutschlands nicht nur
zu erhalten, sondern auszubauen. Es geht um nachhaltiges Wachstum und
ökologische Erneuerung.
- Es gilt, die Arbeitslosigkeit nicht nur zu bekämpfen, sondern zu
besiegen. Es geht um gute Arbeit für alle. Vollbeschäftigung ist
möglich.
- Es gilt, nicht die Angst vor dem Abstieg zu beklagen, sondern
sozialen Aufstieg für alle zu ermöglichen. Es geht um gleiche
Lebenschancen und Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg.
- Es gilt, die Ungerechtigkeit bei der Bewertung von Leistung und der
Verteilung von Lasten nicht nur anzuprangern, sondern
Leistungsgerechtigkeit gegen egoistische Klientelinteressen
durchzusetzen.
- Es gilt, nicht nur die Risiken der Globalisierung zu beschreiben,
sondern Deutschland und Europa als Friedensmacht zu stärken und eine
neue Entspannungspolitik voranzubringen. Wir werden die Chancen der
Globalisierung nutzen, indem wir an einer Kultur des Dialogs und der
Entwicklung gemeinsamer Interessen arbeiten. Die Stärkung der sozialen
Dimension innerhalb Europas ist ein wichtiger Baustein für eine
friedliche und gerechte Weltordnung."
Die gesamte SPD-Parteispitze ist beim Zukunftskonvent in Nürnberg vertreten, um u.a. in zwanzig Foren über die Zukunft Deutschlands zu diskutieren. Neben
einer Rede des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck sowie des bayerischen
SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008, Franz Maget, wird auch
die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan,
sprechen.
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