Aus dem Bericht
des Oberbürgermeisters Frank Szymanski
auf der 42. Tagung der Stadtverordnetenversammlung
am 28. November 2007
„Ich darf - wie immer - mit unseren Geburtstagskindern beginnen. Im
November, dem Filmfestivalmonat, feierten Michael Schierack, Ulrich
Thomsch und Gudrun Breitschuh-Wiehe ihr Wiegenfest. Ihnen unsere besten
Wünsche. Super-Ereignis am vergangenen Wochenende! Ich denke, dass wir
alle mit großer Freude zur Kenntnis genommen haben, dass die Turner des
SC Cottbus Turnen den „siebenten Streich“ vollzogen haben und in einem
bis zum Schluss spannenden Wettbewerb in der Rhein-Neckar-Halle in
Eppelheim zur erfolgreichsten Turnmannschaft avancierten und zum
siebenten Mal den Meistertitel nach Cottbus geholt haben. Dazu unseren
herzlichen Glückwunsch an die Turnfamilie des SC, besonders auch an die
‚Jungen’, die ganz stark Verantwortung übernommen haben. Alles Gute für
die Zukunft in Richtung Turnier der Meister und die Olympischen Spiele
in Peking.“
„Einen Tag nach unserer letzten Sitzung fand der Herbstcross der
Cottbuser Schulen um den Madlower Badesee statt. Über 300 Schülerinnen
und Schüler maßen ihre Kräfte, wobei das Leichhardt-Gymnasium und die
sportbetonte Grundschule mit der höchsten Beteiligung aufwarten konnten
und somit die ‚Goldpokale’ mit nach Hause nahmen. Danke an den LCC, die
Sportlehrerinnen und Sportlehrer und die Deutsche Olympische
Gesellschaft, die den organisatorischen Rahmen schufen.“
„Das Problem der Hochbegabung ist eines der wichtigsten in unserer
Zeit. Hochbegabte Kinder unter der Masse der Schülerinnen und Schüler
zu entdecken und auf spezielle Weise zu fördern, ist ein wichtiges
Anliegen mit weit reichenden Folgen. Ein Netzwerk, bestehend aus BTU,
Fachhochschule, den Fachbereichen der Stadtverwaltung, dem CTK, dem
Konservatorium und natürlich Schulen und Kindergärten, nahm am 27.
Oktober seine Arbeit in Cottbus auf. Das Netzwerk soll sich zu einer
soliden Plattform entwickeln und Eltern und Lehrern eine wirksame Hilfe
geben.“
„Der Fachbereich Bürgerservice wartete mit einer guten Nachricht
auf. Erstmalig gab es eine Erhöhung der Einwohnerzahl im
Monatsvergleich. Ende Oktober 2007 lebten in unserer Stadt 104 Menschen
mehr als im Vormonat. Die Zahl hat sicherlich mit dem Beginn des
Studienjahres zu tun. Von einer Trendwende kann noch nicht gesprochen
werden. Aber immerhin sind wir auf dem richtigen Weg.“
„Das 17. Festival des osteuropäischen Films vom 6. bis 10. November
zog 17.000 Kinofreunde an (Vgl. 2005 und 2006: mehr als 16.000, 2004:
14.800). Es gab eine überaus positive Resonanz der Besucherinnen und
Besucher auf Filmauswahl, Festivalatmosphäre und Festivalpräsenz in der
Stadt. Die Cottbuser und ihre Gäste sahen 80 Filme aus 25 Ländern,
darunter zahlreiche deutsche Erstaufführungen. Weit mehr als 500
Akkreditierte aus 32 Ländern (darunter 140 Fachbesucher, die am
Ost-West-Koproduktionsmarkt Connecting Cottbus teilnahmen, und mehr als
100 Pressevertreter) künden vom gewachsenen internationalen Anspruch
dieses Ereignisses. Auch die Preise im Gesamtwert von 64.000 EUR
zeigen, dass das Cottbuser Festival die Kinderschuhe verlassen hat. Die
Entwicklung des Festivals in den zurückliegenden Jahren zu dem
internationalen Kultur- und Gesellschaftsereignis in Cottbus hat
Maßstäbe der Verständigung und des Verstehens gesetzt. Dem Veranstalter
und dem Festivaldirektor ist es gelungen, neue Freunde und Förderer zu
gewinnen. Ihnen, wie insbesondere dem Land Brandenburg und Vattenfall,
die das Festival bereits langjährig ermöglichen und begleiten und durch
ihre tatkräftige Unterstützung zu dessen Erfolg beitragen, meinen
herzlichen Dank für das Engagement, das sie diesem Filmfestival
entgegenbringen. Der Stadtverordnetenbeschluss vom Oktober dieses
Jahres zur Fortsetzung der finanziellen Förderung des Filmfestivals für
die Jahre 2008 – 2012 verdeutlicht das eindeutige Bekenntnis der Stadt
Cottbus zu diesem Festival. Inhaltlich gab es ein Novum bei der
Preisverleihung. Gleich fünf Preise gingen an den russischen Spielfilm
REISE MIT HAUSTIEREN von Wera Storoschewa. Der romantische Aufbruch
einer jungen Frau in das Leben rührte Publikum und Fachleute
gleichermaßen.“
„Mitte November feierten wir 15 Jahre "Schule für niedersorbische
Sprache und Kultur". Diese einmalige Bildungsstätte wurde 1992 von der
Stadt Cottbus als eigenständiges Sachgebiet der Volkshochschule Cottbus
gegründet. Dadurch und auch dank dessen, dass der Landkreis Spree-Neiße
und die Stiftung für das sorbische Volk eine Mitfinanzierung dieser
nicht nur in der zweisprachigen Lausitz, sondern in ganz Deutschland
einmaligen Einrichtung übernahmen, konnte die bestehende
Erwachsenenbildung in der niedersorbischen Sprache und Kultur
erfolgreich fortgeführt werden. Insofern können wir heute auf eine
langjährige Tradition sorbischer (wendischer) Erwachsenenbildung in der
Niederlausitz zurückblicken.“
„Die Stadt Cottbus erklärte am 9. November ihre Bereitschaft, eine
Teilfläche der ehemaligen JVA Cottbus bedingungsfrei für einen Euro vom
Land Brandenburg zu erwerben. Das Teilstück soll für die Umsetzung
eines Gedenk- und Bildungsstättenkonzepts verwendet werden. Die übrigen
Teile des Areals der ehemaligen Haftanstalt werden vom Land Brandenburg
am 8. Dezember auktioniert. Der Verein Menschenrechtszentrum Cottbus
hatte sich zuvor dafür eingesetzt, dass der Geschichte dieser Stätte
des Unrechts bei einer neuen Nutzung angemessen Raum gegeben wird. Die
JVA Cottbus war die zweitgrößte Haftanstalt in der DDR. In ihr waren
auch politische Häftlinge untergebracht. Mit dem Erwerb der Teilfläche
durch die Stadt Cottbus ist nun der Weg frei, ein Konzept zur
Erinnerung an das dort geschehene Unrecht erfolgreich umzusetzen.“
„Schwerpunkt des neuen Heimatkalenders 2008 ist natürlich das
Theaterjubiläum. Der Kalender wurde Mitte November der Öffentlichkeit
vorgestellt und ist sozusagen der vorgezogene Auftakt für unser
Themenjahr ‚Kultur und Wirtschaft’. Ich erwähne dies hier ausdrücklich,
weil unter den Stadtverordneten langjährige Freunde und Förderer des
Jahrbuches sind. An Hagen Strese und Manfred Schemmel geht mein
besonderer Dank.“
„Einige Bemerkungen zu Cottbuser Schlussfolgerungen aus Kinderschutzfällen:
Todesfälle
von Kindern durch Vernachlässigung und Misshandlung erschüttern das
ganze Land. Wir müssen alles tun, um sie auszuschließen.
Cottbus hat aus dem Fall ‚Dennis’ und den anderen tragischen Fällen
gelernt. Die Handlungsmöglichkeiten und die Qualität der
Jugendhilfeangebote (insbesondere auch der präventiven) müssen jedoch
ständig erweitert und entwickelt werden.
Bisherige Ergebnisse:
- Entwicklung eines
Kinderschutzkonzeptes aus Sicht der Jugendhilfe; dies beinhaltet
verbindliche Strukturen und Verfahren bei Kinderschutzfällen,
- die Erweiterung dieses Konzeptes durch
Kooperationsvereinbarungen mit andern Institutionen, Behörden und
Einrichtungen und deren spezifische Verfahren ist vorgesehen
(Feuerwehr, Polizei, Schule, CTK u.a.),
- Einrichtung eines ‚Kinderschutz-Telefons’ (kostenfreie
Rufnummer) für die Stadt Cottbus als schnelle Möglichkeit,
Informationen an den allgemeinen Sozialdienst weiterzugeben,
- Schaffung eines ‚Fall-Managers’ aus dem Personalbestand des Fachbereiches Jugend, Schule und Sport,
- regelmäßige Fachtagungen und Fortbildungen für Fachkräfte der freien Träger zu Kinderschutzthemen sind vorgesehen,
- Unterstützung von und Kooperation mit Projekten wie
Mehrgenerationenhaus, Eltern-Kind-Zentrum, Familientreffpunkte als
niedrigschwellige Angebote in den Stadtteilen,
- Flexibilisierung und Erweiterung des ambulanten erzieherischen Hilfeangebotes für Familien.“
„In Abstimmung mit den Stadtverordneten hat die Verwaltung den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Angebot unterbreitet,
Ausscheidungswilligen entsprechend ihrer Betriebszugehörigkeit
Abfindungen bis max. 60 T€ zu gewähren. Ebenso ist das Problem der
Personalkostenreduzierung auch mit einem freiwilligen Teilzeitmodell zu
unterstützen. Ziel dieser Vorgehensweise ist dabei, die Zahl der
betriebsbedingten Kündigungen so weit wie möglich zu reduzieren. Der zu
erstellende Personalbedarfs- und Personalentwicklungsplan ist in Arbeit
und wird bis Ende des Jahres vorliegen.“
„Ein sehr wichtiges Thema für die wirtschaftliche Entwicklung ist
die Marktfähigkeit der Stadt hinsichtlich Unternehmenserweiterungen und
Neuansiedlungen. Die Tatsache, dass in den letzten Jahren keine
Industrieflächen für produzierendes Gewerbe ausgewiesen wurden, hatte
zur Folge, dass die Möglichkeit fehlte, Unternehmenserweiterungen und
Ansiedlungen für größere Produktionshallen auf großflächigen
Grundstücken verkehrsgünstig anzubieten.
Solche Investitionen gehen demnach noch an Cottbus vorbei. Mit der
zügigen Entwicklung des Technologie- und Industrieparks und auch des
Bereiches der Hegelstraße, die als verkehrsgünstig gut gelegene Fläche
entwickelt werden muss, wird diese Lücke geschlossen.“
„Die vorliegende Gewerbegebietskonzeption gibt uns jetzt die
Möglichkeit, von den 42 Gewerbegebietsflächen in Cottbus elf
auszuwählen, die wir vorrangig vermarkten werden und auf die wir uns
konzentrieren werden. Dabei werden andere Gewerbegebietsflächen eine
neue städtebauliche Nutzung finden müssen oder der Natur
zurückgegeben.“
„Vor fast genau einem Jahr bin ich wieder zu Ihnen gestoßen. Es war
ein spannendes und interessantes Jahr, und ich habe das Bedürfnis,
Ihnen allen herzlichen Dank zu sagen für die kooperative
Zusammenarbeit. Die Atmosphäre in dieser Stadtverordnetenversammlung
ist schon mal eine ganz wichtige Voraussetzung, damit es mit Cottbus
aufwärts geht.
Nach einem anstrengenden, aber auch erfolgreichen Jahr möchte ich es
nicht versäumen, mit Ihnen, liebe Stadtverordnete, sachkundige
Einwohner und Mitglieder der Ortsbeiräte, das Jahr 2007 in
vorweihnachtlicher Atmosphäre ausklingen zu lassen. Ich lade Sie
deshalb sehr herzlich im Anschluss an die letzte
Stadtverordnetenversammlung am 19.12.2007 zu einem gemütlichen
Beisammensein mit rustikalen Häppchen ein.“