Aus dem Bericht
von Oberbürgermeister Frank Szymanski
auf der 41. Tagung der Stadtverordnetenversammlung
am 24. Oktober 2007
„Gern beginne ich meinen Bericht mit den Geburtstagskindern.
Herzlichen Glückwunsch sagen wir Matthias Zickora, Heidrun Grünewald,
Horst Luttert, Torsten Kaps und Anke Teich, die in den vergangenen
Tagen ihr Wiegenfest feierten. Bei der letzten
Stadtverordnetenversammlung unterschlugen wir Ihnen das runde Jubiläum
von unserem Joachim Löbert. Lieber Joachim, herzliche Glückwünsche
nachträglich zum 60. Wir alle wünschen Dir Gesundheit und Kraft für
Deine Arbeit als Stadtverordneter und ganz viel Freude im geliebten
Garten.“
„Eingebettet in ein turbulentes Wochenende erlebten fast
anderthalbtausend Cottbuserinnen und Cottbuser am vergangenen Freitag
die Nacht der kreativen Köpfe. Die Veranstaltung bildete den Höhepunkt
des Themenjahres Wissenschaft und Wirtschaft. Ob beim molekularen
Kochen, der spektakulären Gehirnoperation oder der nachdenklichen
Betrachtung des Sternenhimmels, die Nacht war ein schöner Erfolg. Es
entstand eine Marke, die wir nächstes Jahr mit dem Schwerpunkt Kultur
und Wirtschaft fortsetzen werden. Anregungen von Künstlern, aber auch
von der Einwohnerschaft, liegen dazu schon vor.
Der Stolz unserer Stadt auf die Vielzahl der hier schlummernden
Potenziale ist erwacht und wird gemeinsam produktiv zugunsten unserer
Stadt umgesetzt. Wir erleben, dass wir gemeinsam zu (fast) ungeahnten
Stärken auflaufen.“
„Der bisherige „goldene Herbst“ war für Läufer, Walker und
Freizeitradler eine wirksame Animation, an den Angeboten des
Leichathletikclubs und des Radsportclubs teilzunehmen. So trafen sich
zahlreiche Gleichgesinnten beim traditionellen „Oktoberlauf“ und dem
„Herbstradeln“ in Cottbus und der Umgebung. Danke an die Organisatoren
um Günter Sägebrecht und Axel Viertler.
Zwei positive Nachrichten erreichten uns zu Sportereignissen im nächsten Jahr:
Das internationale Turnier der Meister im Turnen vom 11. bis 13.
April in der Lausitz- Arena erhielt vom Turn-Weltverband den Status
eines Weltcupturniers. Somit befindet es sich in guter Gesellschaft mit
solchen Austragungsstädten wie Glasgow, Stuttgart, Zürich und Paris und
ist ein Ansporn für uns zur Unterstützung. Vom Organisationsbüro
Mission Olympic erhielt die Stadt eine urkundlich bestätigte Nachricht,
dass Cottbus jetzt „offizielle Kandidatenstadt von Mission Olympic“
ist. Damit sind wir der Teilnahme am bundesweiten Städtewettbewerb
„Deutschlands aktivste Stadt“ und der Prämie von 100 000 Euro einen
entscheidenden Schritt näher gekommen. Das ist in erster Linie ein
Verdienst der vielen Ehrenamtlichen in den Cottbuser Sportvereinen,
Schulen und zahlreichen anderen Einrichtungen. Sie engagieren sich in
vielen Bereichen des Sports, natürlich insbesondere im Kinder- und
Jugendsport. Die Stadt und der Stadtsportbund werden dieses Engagement
weiterhin nach Kräften unterstützen. Um sich für das Finale zu
qualifizieren, ist nun das sportliche Engagement der Cottbuser
Bürgerinnen und Bürgern gefragt: Ab sofort sind alle Initiativen für
Bewegung und Sport in Cottbus aufgerufen, sich am Wettbewerb Mission
Olympic zu beteiligen und durch das bürgerschaftliche Engagement
Menschen in Bewegung zu bringen oder in Bewegung zu halten. Sportliche
Initiativen können sich bis zum 15. November bewerben. Alle
Informationen dazu erhält man beim Stadtsportbund Cottbus.“
„Der Cottbuser Musikherbst ist längst zu einem festen Bestandteil
des kulturellen Lebens in der Region geworden. Gleichermaßen begeistert
waren Anfang Oktober Publikum, Künstler und Verantwortliche des Vereins
Cottbuser Musikherbst vom furiosen Eröffnungskonzert. Noch bis zum 19.
November sollen insgesamt 36 Werke auf 15 Konzerten erklingen. Die
Pflege der reichen sorbischen/wendischen Musikkultur und die
artifizielle sorbisch/wendische Musik der Gegenwart geben dem Cottbuser
Musikherbst eine einmalige Klangfarbe. Den Organisatoren um Bernd
Weinreich sage ich herzlichen Dank.“
„An unseren beiden Hochschulen hat das neue Studienjahr begonnen.
Die Erstsemester machten sich im Stadtbild tüchtig bemerkbar. Die
Einschreibungszahlen, sowohl an der BTU als auch an der Fachhochschule
Lausitz, können sich sehen lassen. Uni, Fachhochschule und das
Lausitzer Oberzentrum sind eng miteinander verknüpft. An einer der
herausforderndsten Aufgaben der Gegenwart, dem Stadtumbau, sind die
Hochschulen unmittelbar beteiligt. Der Stadtumbau „Made in Cottbus“ ist
auch Dank der wissenschaftlichen Arbeit von Professoren und Studenten
beispielgebend. Die neuen Studierenden und natürlich ihre ausländischen
Kommilitonen heißen wir auch von hier, aus dem Stadtparlament, herzlich
willkommen.“
„Am 7. Oktober vergab das Kuratorium im Beisein der Stifterfamilie zum
11. Mal die Max-Grünebaum-Preise. Preisträger 2007 sind die Sopranistin
Anna Sommerfeld und der Physiker Igor Rasin. Die Förderpreise erhielten
die Architektin Smriti Pant und der Bariton Heiko Walter. Staatstheater
und Universität, unsere zwei Leuchttürme, zeigten sich an diesem Tag im
internationalen Licht.“
„Auf dem Altmarkt sahen wir die acht Tore mit den acht Zielen der
internationalen Staatengemeinschaft. Inhaltliche Grundlage dieser acht
Ziele bildet die Millenniumserklärung, die auf der bislang größten
UN-Konferenz im September 2000 in New York einstimmig verabschiedet
wurde.
Wir haben in der Aktionswoche die Weltprobleme den Cottbuserinnen und
Cottbusern, besonders den jungen, nahe gebracht. Richtschnur ist die
von mir unterzeichnete Millenniums-Erklärung der Mitgliedskommunen des
Deutschen Städtetages. Gemeinsam können wir nun unsere Beiträge zu
dieser großen Menschheitsaufgabe leisten. Wir denken an die Vernetzung
der Aktivitäten der Partnerstädte, an die Überprüfung des kommunalen
Handelns auf Verhaltensmuster, die dem Grundsatz der Einen Welt
verpflichtet sind, z. B. beim Einsatz fair gehandelter Produkte in der
Verwaltung. Nach ca. drei Jahren werden wir eine Zwischenbilanz ziehen
und prüfen, was in der Stadt Cottbus wirklich umgesetzt werden konnte.“
„Mitte Oktober fand auf dem Gelände des ehemaligen
Militärflugplatzes das dritte Cottbuser Jugendausbildungslager im
Katastrophenschutz statt.
Über 100 Kinder und Jugendliche aus den Jugendfeuerwehren
Cottbus, Kolkwitz und Guben sowie des Technischen Hilfswerkes Cottbus
und 16 Jugendliche aus unserer Partnerstadt Zielona Gora nahmen an den
zahlreichen Ausbildungsveranstaltungen teil.
Ein Vorbereitungsstab von ca. 40 Betreuern bereitete in über 500
ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden seit Ende Juni die Außenanlagen
sowie die Unterkunftsgebäude auf dem ehemaligen Flugplatz vor, um die
Durchführung des Lagers zu ermöglichen. Die Übungen in der
Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung sowie das Training
von Maßnahmen der Ersten Hilfe nach Unglücksfällen erforderte
Geschicklichkeit, Ausdauer und Teamgeist.
Aber auch Veranstaltungen wie die Nachtwanderung, das „Spiel ohne
Grenzen“ und Touren zu Lausitzer Sehenswürdigkeiten wurden an diesen
sechs Ferientagen organisiert. Dank an alle Sponsoren!“
„Das 2. Deutsche Sozialforum am vergangenen Wochenende beschäftigte
sich mit den drängenden Menschheitsproblemen. Gewerkschaften,
Friedensgruppen und Umweltverbände diskutierten in Cottbus über soziale
und ökologische Verantwortung, über Wege zu Frieden und Gerechtigkeit
und über die Zukunft in unserer globalisierten Welt. Die
außergewöhnliche Themenvielfalt, aber auch die Vielfalt der Gruppen und
Meinungen zeigte den hohen Anspruch dieses zweiten Forums. Cottbus hat
sich erneut als Gastgeberstadt erwiesen, die große Tagungen mit den
unterschiedlichsten Themen gut ausrichtet.“
„Nach 15 Monaten Bauzeit erfolgte am Montag, rechtzeitig zum
Schulbeginn nach den Herbstferien, die Übergabe der sanierten
Sporthalle der Theodor-Fontane-Gesamtschule. Die im Jahr 1972
errichtete Halle wurde erstmals umfassend rekonstruiert und den
modernen Anforderungen an den Schul- und Vereinssport angepasst.
Erneuert wurden: das Dach, die Fassade, die Fenster, der Sportboden,
die Elektroanlage, die Heizung, die sanitären Anlagen, die fest
eingebauten Sportgeräte, die Türen und der Prallschutz in der
Sporthalle. Um den Vorgaben an den baulichen Brandschutz zu
entsprechen, erfolgte der Anbau von zwei Rettungswegen aus dem
Obergeschoss des Sanitärtraktes.
Die Finanzierung der Sanierungskosten, einschließlich des ersten
Bauabschnittes im Jahr 2005, in Höhe von 1.822.000 € erfolgte in
bewährter Weise durch die Kombination verschiedener Fördermöglichkeiten
des Bundes, des Landes und durch Eigenmittel der Stadt Cottbus.
Mit der Inbetriebnahme der Sporthalle haben sich die Bedingungen
für die 650 Schülerinnen und Schüler der Theodor-Fontane-Gesamtschule,
für die Schulsportarbeitsgemeinschaften in der Ganztagsbetreuung und
für die 15 Sportvereine, die die Sporthalle nach 17:00 Uhr und an den
Wochenenden nutzen, wesentlich verbessert.“
„Das Ranking des Bundesfamilienministeriums, enthalten im
Familienatlas, bescheinigte Cottbus vor kurzem, zu den zehn
bundesdeutschen Städten zu gehören (Platz 8), in denen sich Familie und
Beruf am besten vereinbaren lassen. Cottbus wird dort bescheinigt, der
Abwanderung, dem wachsenden Anteil älterer Menschen und der ungünstigen
wirtschaftlichen Lage mit „umfassenden familienorientierten Angeboten“
entgegenzutreten. Das familienfreundliche Klima im Osten zeige, so die
Studie, zunehmend auch Wirkung. Genannt werden speziell für Cottbus die
günstige Kinderbetreuung und die Wohnsituation nebst dem Wohnumfeld.
Die Problemgebiete bei der Familienfreundlichkeit liegen an der Ruhr,
in Oberfranken und im Saarland.“
„Zeitgleich mit dem Beschluss zur Neufassung der Cottbuser
Stadtordnung wurde mit der Aufstellung eines 10-Punkte-Planes die
Kampagne für ein sauberes Cottbus gestartet.
Am 11. Oktober fand eine Anlaufberatung des „Runden Tisches für
Ordnung und Sauberkeit in Cottbus“ statt. Der Einladung sind 39
Vertreter aus den Bereichen Wohnungsgesellschaften, Kammern und
Verbände, städtische Betriebe, Ortsbeiräte, Bürgervereine, Polizei,
Jobcenter und Stadtverwaltung gefolgt. Im Ergebnis dieser Veranstaltung
wurden Verantwortlichkeiten und konkrete Ansprechpartner benannt.
Drei wichtige Themen, die alle angehen, will ich hier nennen. Das
ist erstens die zukünftige Pflege der Grünflächen. Hier werden Ideen
und Vorschläge gesammelt und geprüft, wie z.B. die Übernahme von
Patenschaften für ausgewählte Flächen oder ein Sponsoring. Zweitens die
Durchsetzung der Stadtordnung und die Verbesserung der Ordnung und
Sauberkeit. Dazu gehören Schwerpunktkontrollen in Problembereichen
durch den Vollzugsdienst in Zusammenarbeit mit der Polizei und die
Weiterführung der Stadtteilrundgänge. Die Beantragung zur Erhöhung der
MAE- Einsatzkräfte (Mehraufwandentschädigung) im „City Service“ wird
derzeit vorbereitet. Und drittens die Aufstellung der angekündigten 111
zusätzlichen Papierkörbe, deren Standorte gegenwärtig bestimmt werden.“
„Es bedarf ebenfalls vermehrter Anstrengungen, um dem weiteren
Vordringen rechtsextremistischer Ideologie energisch entgegen zu
wirken. Ein Mittel hierzu ist die engere Vernetzung und Bündelung
lokaler Ressourcen. Handlungskonzept dafür und trägerübergreifende
Klammer wird künftig der lokale Aktionsplan der Stadt Cottbus sein, an
dem zurzeit gearbeitet wird.
Die Beantragung von Fördermitteln aus dem Programm „Jugend für
Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ zur Förderung einzelner Projekte ist
- nach der Ablehnung - erst wieder im Jahr 2010 möglich. Das heißt aber
nicht Stillstand. Es gibt natürlich auch andere Fördermöglichkeiten.
Bis dahin ist auch die Frage der Netzwerk-Koordinierung zur Umsetzung
des lokalen Aktionsplanes zu klären. Es existieren bereits mehrere
diesbezüglich relevante Strukturen wie Cottbuser Aufbruch,
Präventionsrat und verschiedene Arbeitskreise. Wir sollten also keine
neuen schaffen, sondern das Vorhandene zusammenführen. Auch die Frage
der personellen Untersetzung bedarf weiterer Abklärung. Vorschläge
hierzu werden von den Geschäftsbereichen II, III und dem Büro OB in
Abstimmung mit den entsprechenden Gremien erarbeitet.“
„Cottbus wird, bei Zustimmung der Stadtverordneten, den ersten
Doppelhaushalt in der Geschichte der Stadt beschließen. Die Begründung
für diesen Doppelhaushalt liegt in der gemeinsamen Zielstellung, das
strukturelle Defizit zu verringern. Deshalb ist es wichtig, eine
Debatte um eine Entschuldungsstrategie zu führen, alle Einnahmen- und
Ausgabenpositionen zu betrachten und Alternativen zu diskutieren. Mit
diesem Haushalt besteht erstmalig die Möglichkeit, die Zinslast zu
drücken, weil das geplante strukturelle Defizit unter der jährlichen
Zinslast liegt.“
„Das 80%-Modell zur Verhinderung betriebsbedingter Kündigungen wird
nicht weiter verfolgt. Im Ergebnis eines Gespräches mit den
Fraktionsvorsitzenden besteht Einigkeit darüber, die Anzahl der
betriebsbedingten Kündigungen so gering wie möglich zu halten. Als
neuer Versuch, der von den Fraktionen mitgetragen und unterstützt wird,
soll nun durch Abfindungsangebote an die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, entsprechend ihrer Betriebzugehörigkeit, und die
Inanspruchnahme der freiwilligen Teilzeit, befristet auf drei Jahre,
das Ziel erreicht werden, den Personalbestand auf 1200 Vollzeitstellen
zu reduzieren. Der Personalrat wurde darüber informiert und ist bereit,
bei Vorlage des Personalbedarfsplans, Gespräche darüber zu führen. Er
liegt im Ist im Entwurf vor und wird im Soll bis Jahresende erstellt
sein.“
„Zur Nacht der kreativen Köpfe präsentierten wir den neuen
Internet-Auftritt unserer Stadt. Er wurde gemeinsam mit
Informatik-Studenten der BTU entwickelt. Die Navigation ist nun
einfacher und für den Nutzer leicht zu durchschauen. Der Auftritt ist
übersichtlich, bürgerfreundlich und barrierefrei und steht in vier
Sprachen zur Auswahl. Über die Startseite lassen sich problemlos die
Informationen der damit verbundenen 1800 Seiten abrufen. Die
inhaltliche Überarbeitung der Seiten wird nach und nach erfolgen.“