Aus dem Bericht
von Oberbürgermeister Frank Szymanski
auf der 38. Tagung der Stadtverordnetenversammlung
am 30. Mai 2007
„Auch zu der heutigen Stadtverordnetenversammlung kann ich mit
Glückwünschen beginnen. Zunächst gratulieren wir unserem Eberhard
Richter zum Geburtstag. Für das umfassende, oft kräftezehrende
Engagement für unsere Stadt als Stadtverordneter und
Fraktionsvorsitzender wünsche ich Gesundheit und immer eine glückliche
Hand. Genauso herzliche Glückwünsche gehen an Werner Schaaf. Auch für
Ihn Gesundheit und Glück.
Gern greife ich meine Worte aus der letzten
Stadtverordnetenversammlung zum FC Energie auf. Das „Wunder aus der
Lausitz“ hat tatsächlich seine Fortsetzung gefunden. Auch die größten
Fußballmuffel können sich nicht dem Gefühl des Stolzes entziehen, der
weit über die Stadtgrenzen hinaus herrscht. Energie hatte eine
großartige Saison, ein tolles Finalspiel und konnte mit oftmals starken
Leistungen schon frühzeitig den Klassenerhalt sichern - gegen die
Prognosen nahezu aller Experten. Wie schrieb die Frankfurter Allgemeine
am 21. Mai? – „Der FC Energie Cottbus ist die Mannschaft mit dem besten
Preis-Leistungs-Verhältnis in der Fußball-Bundesliga!“ Das hört sich
nicht nur gut an, sondern macht auch Mut für die kommende Saison.
Glückwunsch natürlich auch an die Schalker in unserer Partnerstadt
Gelsenkirchen zum 2. Platz!
Ebenso stolz sind wir auf den LHC, der den Aufstieg in die 2.
Bundesliga schaffte. Ich stimme Trainer Dietmar Rösicke voll zu: „Am 1.
September fängt Handball in Cottbus richtig an!“
Überhaupt war der Monat Mai, sportlich gesehen, in Cottbus
aktionsreich. Dabei denke ich besonders an die zahlreichen
Veranstaltungen im Kinder- und Jugendsport und im Breiten- und
Spitzensport, die so viele begeisterten. Begleitet und organisiert
wurden sie vorwiegend durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen.
Einige Veranstaltungen möchte ich beispielhaft nennen: das 13.
Frühlingsradeln am 29. April, den 16. Lausitzer Citylauf am 05. Mai,
die 1. Internationale Mannschaftsmeisterschaft im Tischtennis der
Senioren vom 18. bis 20. Mai,
die Landeseinzelmeisterschaften im Classic-Kegeln vom 19. bis 20. Mai,
das Fußball-Landesfinale im Talentewettbewerb „Jugend trainiert für
Olympia“ am 23. Mai und das 37. Pfingst-Reit- und Springturnier in
Sielow mit den Landesmeisterschaften Berlin-Brandenburg.
Mein Dank an dieser Stelle allen ehrenamtlichen Organisationsteams,
den Helfern, Förderern und Sponsoren und insbesondere der Sparkasse
Spree-Neiße!“
„Am 1. Mai ging das neue Sport- und Freizeitbad in Betrieb. Das mit
Abstand schönste und größte Sportbad des Landes Brandenburg bietet uns
herausragende Bedingungen - sowohl für den Vereins- und Freizeitsport
als auch für das Schulschwimmen. Mit der „Lagune“ ist Cottbus
unbestreitbar um eine Attraktion reicher. Das wettkampffähige
50-Meter-Becken mit den acht Bahnen und die Sprungmöglichkeiten sind in
der Region einmalig! Natürlich ist es kaum zu verhindern, dass sich in
den ersten Wochen nach der Inbetriebnahme eines so multifunktionalen
Objektes einige Unzulänglichkeiten zeigen, die korrigiert werden
müssen.“
„Der Turmverein, das Jobcenter und die Stadtverwaltung schufen die
Voraussetzungen für die Öffnung des Spremberger Turms Anfang Mai. Die
Cottbuserinnen und Cottbuser sowie ihre Gäste können den „Dicken“ nun
von innen und die Stadt von oben sehen und neu entdecken.
Die Ausstellung „kottbuskunst akut 2007“ bewegte ebenfalls die
Gemüter. Und der Titel „kottbuskunst akut 2007“ ist dabei Programm. Es
ist die Fortsetzung und Weiterentwicklung des Projektes „kottbuskunst“
anlässlich der 850-Jahrfeier unserer Stadt. Dort präsentierte sich im
vergangenen Jahr an sieben Orten die bildende Kunst in all ihrer Breite
und Vielfalt. In Weiterentwicklung dieses in erster Linie geschichtlich
und kunsthistorisch ausgerichteten Ereignisses startete am 10. Mai
„kottbuskunst akut“, eine Ausstellung ganz auf das Heute bezogen. An
zwölf Orten unserer Stadt wurden zehn Tage lang aktuelle Werke der
bildenden Kunst von 27 Künstlern gezeigt.
Ein Spaziergang zum Dieselkraftwerk zeigt übrigens, wie weit die
Bauarbeiten an unserem ehrgeizigsten Kunstprojekt fortgeschritten sind.
Die neue Heimstatt für die bildende Kunst wird letztlich nur mit dem
Theaterbau vergleichbar sein.
Dreizehn Cottbuser Kirchengemeinden öffneten am Pfingstsonntag ihre
Türen zur 5. Nacht der offenen Kirchen. Kirchliche und weltliche Musik
von Orgel oder Gitarre, Theater, Diskussionen! Von der Klosterkirche
bis zur katholischen Christuskirche gab es ein breites kulturelles
Angebot. Mein Dank an die Gemeinden!“
„Die Cottbuser Wal Mart Filiale in der Gerhart-Hauptmann-Straße wird
definitiv zum 30. Juni 2007 geschlossen. Alle 79 Mitarbeiter haben zum
30. April ihre Kündigung erhalten. Die Kündigungsfristen betragen drei
bis sechs Monate.
Für die Mitarbeiter wurde eine eigene Beschäftigungsgesellschaft
gegründet, die möglichst viele in ein neues Arbeitsverhältnis
vermitteln soll. Nach meinen Informationen haben nahezu alle von diesem
Angebot Gebrauch gemacht. Soweit zur gegenwärtigen Situation für die
Beschäftigten.
Am 10.05.2007 fand an meinem Tisch das zweite Gespräch mit dem von
der Handelskette „real“ beauftragten Projektträger für die Nachnutzung
des Wal Mart Supercenters statt. Wir konnten erfahren, dass von den
zehn erarbeiteten Nachnutzungsvarianten zwei den Vorstand von „real“
passiert haben und an diesen weitergearbeitet wird. Ein Ankermieter
(SB-Markt) ist gefunden, und neben den vorhandenen Konzessionären ist
man mit weiteren Fachmärkten in Verhandlung. Die Laufzeit der
Mietverträge soll zwischen 10 und 15 Jahren liegen.
Die größte nicht kalkulierbare Größe ist gegenwärtig noch die
notwendige Verhandlung mit dem Eigentümer der Immobilie, welche aber
bereits läuft. Der Projektentwickler geht im günstigsten Fall davon
aus, den Markt bis Jahresende neu zu eröffnen.
Wir sind mit „real“ und dem Projektentwickler, aber auch mit Verdi und dem Betriebsrat in regelmäßigem Kontakt.“
Wenn ich an das vergangene Pfingstwochenende denke, gilt im gleichen
Atemzug mein Dank und meine Bewunderung unserer Berufsfeuerwehr und den
Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren unserer Stadt
und der Region, die diese Tage zumeist im Dauereinsatz erlebten.
Insgesamt 81 Fahrzeuge und mehr als 100 Einsatzkräfte waren ständig
unterwegs. Sie halfen bei 38 umgestürzten Bäumen, bei abgerissenen
Ästen und überschwemmten Kellern. Samstagnachmittag musste innerhalb
kürzester Zeit an 54 Einsatzstellen in der Stadt geholfen werden.
Schwerpunkte waren zweifellos der eingestürzte Dachstuhl des im Bau
befindlichen Einkaufsmarktes in der Karl-Liebknecht-Straße und die
beiden Einsätze in der Gutsökonomie im Branitzer Park sowie im
Pflegeheim in der Schopenhauer Straße.
Das Unwetter führte zu einem solchen Anstieg der eingehenden Notrufe,
dass allein in der Nacht vom 27. zum 28. Mai die Feuerwehren und
Rettungsdienste weit mehr als 300-mal ausrücken mussten. Für diesen
Einsatz und die immerwährende Bereitschaft meinen herzlichen Dank!“
„Gestern konstituierte sich die vom Wirtschaftskompetenzteam
initiierte Arbeitsgruppe „Stadtmarketing “. Sie steht unter der Leitung
meines Büroleiters Wieland Eschburg und setzt sich zusammen aus
Mitgliedern der Kammern, des Handels, der Hotellerie, des Tourismus,
der Kultur, der Gastronomie, der Medien, der Wissenschaft und natürlich
der Verwaltung. Insgesamt agieren zwölf Personen. Strategie einer
solchen Arbeitsgruppe muss sein, konkurrierendes Marketing von Anfang
an auszuschließen. Denn eines ist sicher: Aus der Ferne sind wir nur
dann wahrnehmbar, wenn wir mit einer Stimme sprechen und uns in einem
Handlungsrahmen bewegen. Ich werde Sie weiterhin über die Ergebnisse
informieren.“
„Es ist sicherlich nicht angenehm, doch ich glaube, dass wir eine
falsche Entscheidung des letzten Jahres korrigieren müssen. Die
Ergebnisse der Anwahl in die Schulen der Sekundarstufe I liegen vor.
Schon heute wissen wir, dass die Schullandschaft stabilisiert werden
muss. Das Überangebot an schulischen Kapazitäten hat dazu geführt, dass
sich 57% der Mädchen und Jungen der zukünftigen 7. Klassen für das
Gymnasium angemeldet haben. Setzt sich diese Entwicklung fort,
gefährden wir nicht nur die Qualität der Ausbildung am Gymnasium, wir
gefährden auch weitere Schulstandorte. Wir können uns drehen und
wenden: Es bleibt dabei. - Wenn wir die Probleme nicht nur verschieben
und damit verschärfen wollen, müssen wir ein Gymnasium und eine
Oberschule schließen. Ich weiß, wie schwer eine solche Entscheidung
ist. Sie sind Ihren Wählerinnen und Wählern verpflichtet. Der Druck von
den Eltern ist riesengroß. Aber jetzt besteht die letzte Gelegenheit,
Beschlüsse zu fassen, mit denen wir das Heft des Handelns in der Hand
behalten.“
„Beim Bundeserziehungsgeld sind von derzeit 577 vorliegenden
Anträgen 545 bearbeitet. Die 32 verbleibenden Anträge können derzeit
nicht bearbeitet werden, da Unterlagen fehlen bzw. der Zweitantrag
bereits für im Juli/August geborene Kinder gestellt wurde und erst mit
Vollendung des ersten Lebensjahres beschieden werden kann. Beim
Elterngeld sind von derzeit 206 vorliegenden Anträgen 101 bearbeitet.
In der Bescheid-Erteilung ist das Jugendamt beim 30. März 2007. Etwa
1/3 der noch vorliegenden Anträge (106) sind unvollständig und können
gegenwärtig nicht bearbeitet werden.
Gegenwärtig sieht es so aus, dass mit dem 30. Juni 2007 die gesetzlich
normierte Bearbeitungszeit beim Elterngeld vom Eingang des Antrages bis
zur Bescheidung von vier Wochen erreicht wird.“
„Eine Genehmigung des Haushaltes 2007 liegt gegenwärtig noch nicht
vor, ist aber von Seiten der Kommunalaufsicht in vordringlicher
Bearbeitung. Wir sind guter Hoffnung, dass der Anhörungstermin nicht
lange auf sich warten lässt.
Doch unabhängig davon, ob und wann es zu einer Genehmigung kommt – die
mit hoher Wahrscheinlichkeit strengste Auflagen enthalten wird – das
oberste Gebot für die künftige Haushaltsführung muss die absolute
Sparsamkeit sein. Grundprinzip ist und bleibt die Umsetzung der
Festlegungen der Maßnahmen der Haushaltssicherungskonzepte des
Verwaltungs- und Vermögenshaushaltes.
Übrigens: In der Mai-Stadtverordnetenversammlung 1907 wurde der
Verwaltungsbericht für das Vorjahr vorgelegt. Die Haushaltsrechnung sah
ein städtisches Vermögen von 15,5 Millionen Mark, dem standen
Verbindlichkeiten von 9,6 Millionen Mark gegenüber.“
„Schon in wenigen Tagen beginnt die 17. Cottbuser Umweltwoche die
sich in diesem Jahr - hochaktuell - dem Thema „Herausforderung
Klimawandel“ widmet. Wir bieten in dieser Woche, vom 6. bis zum 10.
Juni, so vielfältige Veranstaltungen, Informationsangebote und
Anregungen – vom Fachkolloquium über den Umweltmarkt bis zur
Fahrradtour -, dass jeder Interessierte wieder die Qual der Wahl haben
wird. Herzlich einladen möchte ich Sie schon jetzt zur
Auftaktveranstaltung der Umweltwoche am 6. Juni, um 10.00 Uhr im Foyer
des Rathauses. Hier starten wir mit der Preisverleihung zum 1.
Deutsch-Polnischen Fotowettbewerb „Umwelt und Architektur“ und der
Eröffnung der dazu gehörenden Fotoausstellung. Ein weiteres
publikumswirksames Ereignis bietet unsere Berufsfeuerwehr den
Cottbuserinnen und Cottbusern am 23. Juni. Sie lädt an diesem Tag
anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens von 9.30 bis 17.00 Uhr zu einem
„Tag der offenen Tür“ in die Hauptfeuer- und Rettungswache in der
Dresdener Straße ein. Und dort gibt es dann alles zu sehen, was ein
Feuerwehr-Herz begehrt: stündliche Großübungen der Feuerwehrleute,
Führungen durch die Wache, Technikschau, Schauleitersteigen, Feldküche,
Löschvorführungen usw. usf.
Und noch eine angenehme Mitteilung: Klaus Zacharias, uns allen noch
gut bekannt aus seiner Zeit als leitender Polizeidirektor des
Polizeipräsidiums Cottbus, hat sich bereit erklärt, für unsere Stadt
als Antikorruptionsbeauftragter zur Verfügung zu stehen. Wir werden die
Gelegenheit schnell beim Schopfe packen und schon im Juni für diese
mögliche Berufung eine StVV-Vorlage einbringen.“
„In den nächsten Stunden verlässt ein Mann seinen Schreibtisch, der
von Anfang an dabei war. Wolfgang Jahn war stellvertretender Amtsleiter
des Amtes für Wirtschaftsförderung, Amtsleiter und hat danach etliche
Umstrukturierungen durchgeführt und/oder erduldet. Die von ihm
geleitete Truppe stand oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der
Kammern und Verbände. Eher still sind große Projekte von ihm
erfolgreich begleitet worden, zuletzt das Sportschwimmbad.
Mach’s gut, Wolfgang, lass Dich im Rathaus sehen und Deine
Energie-Fahne im Wind flattern.“